Jacques Anquetil

Frankreich 1934 - 1987 Cyclisme 1953-1969

Statistiken begrenzt auf die in unserer Datenbank erfassten Wettbewerbe.

21 Siege (Gesamtwertung oder Eintagesrennen)
29 Podien
16 Tour-de-France-Etappen

Palmares

Jahr Wettkampf Klassement Platz
1969 Tour du Pays basque 1er
Paris-Nice 3e
1967 Tour de Catalogne 1er
Tour d'Italie 3e
1966 Paris-Nice 1er
Liège-Bastogne-Liège 1er
Tour de Catalogne 2e
Tour d'Italie 3e
1965 Paris-Nice 1er
Tour Auvergne-Rhône-Alpes 1er
1964 Tour d'Italie 1er
Gand-Wevelgem 1er
Tour de France Gesamtwertung 1er
1963 Paris-Nice 1er
Tour Auvergne-Rhône-Alpes 1er
Tour de France Gesamtwertung 1er
Tour d'Espagne 1er
1962 Tour de France Gesamtwertung 1er
1961 Paris-Nice 1er
Tour de France Gesamtwertung 1er
Tour d'Italie 2e
1960 Tour d'Italie 1er
1959 4 jours de Dunkerque 1er
Tour d'Italie 2e
Gand-Wevelgem 3e
Tour de France Gesamtwertung 3e
1958 4 jours de Dunkerque 1er
1957 Paris-Nice 1er
Tour de France Gesamtwertung 1er

Tour de France: Einzelheiten nach Ausgabe

1964 Gesamtwertung : 1er 4 gewonnene Etappen
1963 Gesamtwertung : 1er 4 gewonnene Etappen
1962 Gesamtwertung : 1er 2 gewonnene Etappen
1961 Gesamtwertung : 1er 2 gewonnene Etappen
1959 Gesamtwertung : 3e
1957 Gesamtwertung : 1er 4 gewonnene Etappen

Schlüsselfakten

  • Devient le premier coureur de l'histoire à remporter 5 Tours de France (1957, 1961, 1962, 1963, 1964)
  • Annonce publiquement en 1961 qu'il portera le maillot jaune du 1er au dernier jour du Tour, et tient parole
  • Complète les 3 grands tours en ajoutant 2 Giri d'Italia et une Vuelta à son palmarès
  • Enchaîne le Dauphiné Libéré et Bordeaux-Paris en moins de 24 heures en 1965, un exploit jugé impossible
  • Établit le record de l'Heure en 1956 avec 46,159 km parcourus
  • Remporte 9 fois le prestigieux Grand Prix des Nations
  • Sa rivalité avec Raymond Poulidor devient l'une des grandes sagas populaires du sport français

Biografie

Jacques Anquetil wurde am 8. Januar 1934 in Mont-Saint-Aignan bei Rouen geboren und wuchs in einer normannischen Erdbeerbauernfamilie auf. Mit einem außergewöhnlichen athletischen Körperbau und natürlicher Eleganz auf dem Rad ausgestattet, entpuppte er sich früh als herausragender Zeitfahrspezialist. Von Manager André Boucher entdeckt, wurde er 1953 bei La Perle Profi und gewann im folgenden Jahr das prestigeträchtige Grand Prix des Nations, ein Zeitfahren, das er im Laufe seiner Karriere neunmal für sich entscheiden sollte.

Sein Aufstieg war schnell und methodisch. 1957, mit nur dreiundzwanzig Jahren, gewann er seine erste Tour de France und etablierte von Anfang an einen Fahrstil, der auf der Wissenschaft der Kraftdosierung und der Beherrschung des Zeitfahrens beruhte, statt auf spektakulären Angriffen. 1961 kündigte er öffentlich an, das Gelbe Trikot vom ersten bis zum letzten Tourtag zu tragen, ein gewagtes Versprechen, das er vollständig einlöste. Zwischen 1961 und 1964 gewann er vier weitere Tour-Titel und wurde damit der erste Fahrer der Geschichte mit fünf Tour-de-France-Siegen.

Auf dem Höhepunkt seiner Karriere beschränkte sich Anquetil nicht auf die Tour. Er gewann zwei Giri d'Italia (1960, 1964) und 1963 die Vuelta a España und vervollständigte damit alle drei Grand Tours. 1965 vollbrachte er eines der gewagtesten Kunststücke der Radsportgeschichte, als er innerhalb von weniger als vierundzwanzig Stunden die Dauphiné-Rundfahrt und Bordeaux-Paris bestritt, zwei Rennen, die zuvor als unvereinbar galten. 1956 pulverisierte er zudem den Stundenweltrekord mit 46,159 Kilometern. Seine Rivalität mit Raymond Poulidor, die zwei radikal unterschiedliche Temperamente gegenüberstellte, wurde zu einer der großen populären Sagen des französischen Sports.

Anquetil beendete seine Karriere 1969, nach einem letzten französischen Straßenmeistertitel im Vorjahr. Er widmete sich anschließend der Landwirtschaft und Viehzucht in der Normandie, blieb aber eine geachtete Figur des Radsports, oft für seine taktische Expertise befragt. Er starb am 18. November 1987 in Rouen im Alter von dreiundfünfzig Jahren an Magenkrebs.

Jacques Anquetils Vermächtnis ist das des ersten großen modernen Champions des Radsports, eines Pioniers eines wissenschaftlichen und kalkulierten Leistungsansatzes. Seine Rivalität mit Poulidor hat das französische Kollektivgedächtnis nachhaltig geprägt, wo "Jacques" und "Poupou" bis heute zwei gegensätzliche Arten verkörpern, Wettkampf und sportlichen Ruhm anzugehen.